Let`s start with the big bang!
von sommer on September 9th, 2009
in Ton + Bild
Das folgende Musikvideo der Band "Barenaked Ladies" zur Serie "The Big Bang Theory" hat mich die letzten Tage nicht in Ruhe gelassen.
Schon inspirierend, oder? Vor dem Hintergrund von Curricula für den Anfangsunterricht Physik an Schulen habe ich mich gefragt, warum die Naturwissenschaften eigentlich nie am Anfang, nämlich mit dem Big Bang starten? Zu schwer? Zu abstrakt? Zu theoretisch?
Fortsetzung:
Ich habe mir dazu gerade den (zugegeben nicht mehr ganz aktuellen) Lehrplan für allgemeinbildende Schulen in Schleswig-Holstein angeschaut. Es war einfach der erste Link, der von Google gefunden wird - in allen Schulformen beginnt der Physikunterricht hier in Klasse 7 mit dem Themenbereich Elektrizität. Gefolgt wird das Thema von Wärmelehre und Optik (bei RS und Gym). Für Gemeinschaftsschulen liest man einfach die Themenliste in Klasse Fünf mit den ersten Worten von oben nach unten (das reicht schon): Wasser, Sonne, Luft, Boden, Pflanzen, Tiere, Ich, Wir. Mit dem Lehrplan für Gemeinschaftsschulen haben wir also schon einen freieren Zugang zum Fach, allerdings unter dem Deckmantel der anderen Naturwissenschaften, die auch gleichberechtigt untergebracht werden sollten.
Worauf ich wie eingehend beschrieben hinaus möchte - mir fehlt bei allem gelesenen vor allem die Astronomie. Sicher kann sie gerade bei der Gemeinschaftsschule unter dem Stichwort Wasser, Sonne oder Luft untergebracht werden, Elektrizität an den klassischen Schulen ist da ein deutlich schwächerer Einstieg Mitten in die Physik, ohne dabei grundlegende Modellvorstellungen zu haben.
Meine These: Statt dem Einstieg in die Mittte der Physik sollte sie von dem Beginn her vermittelt werden - dem Big Bang
Grundkonzepte der Bewegung, Atomismus, Thermodynamik oder Optik lassen sich über den Zugang der Astronomie als Grundmodelle vermitteln auf denen weitere Vertiefungen aufbauen. Die Frage nach dem Sinn der Lerneinheiten stellt sich im astronomischen Maßstab weniger, als wenn Bewegungsgesetze oder thermodynamische Zusammenhänge an Einzelfällen eingeführt werden, selbst wenn diese der Lebenswelt der Schüler entsprechen - die Astronomie gibt einen Leitfaden auf den stets zurück gekehrt werden kann.
Hier darf ich nicht falsch verstanden werden. Natürlich müssen unbedingt auch andere Alltagsbezüge die Themen untermalen, die Astronomie schlage ich vielmehr als widerkehrenden Pfad vor, den man mit dem Big Bang beginnt und von dort aus in die Atomphysik eintauchen kann - Modellanschauungen, die notwendig für zahlreiche Beschreibungen in Physik, Chemie oder Biologie sind.
Von den Atomen kann es über die Sterne und Planeten zu einem typischen Verlauf zu Wasser, Licht oder zu einem historisch wissenschaftsmethodisch orientierten Zugang führen. Nun ist dieser Gedanke schon ausführlicher dargestellt, als vorweg geplant. Ich stelle ihn hier mal zur Diskussion. Ich freue mich über wüste Gegenbeiträge, Erfahrungen mit alten und neuen Lehrplänen, Erfahrungen von Schülern und Lehrern. Ihr findet dieses Thema auch bei Twitter. Schreibt mir dort an sven_sommer
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